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Verein: Ruhe in Frieden Bruno

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Verein: Ruhe in Frieden Bruno
binary commentBruno Rudolph gratuliert Moritz Schöps zum Aufstieg in die Regionalligaicon fotoAnne Gründer

Mit großer Bestürzung mussten wir am Montag zur Kenntnis nehmen, dass unser langjähriges Vereinsmitglied Bruno „Fliege“ Rudolph im Alter von 82 Jahren verstorben ist. Hier ein Interview mit ihm, dass unser Chronist Christian Steiner mit ihm führte:

Bruno „Fliege“ Rudolph spielte von 1961 bis 1968 für Lichtenberg 47 im Angriff in der 2. DDR-Liga, der Stadtliga und der 1. DDR-Liga. Zusammen mit Horst Russow und Werner Deglow waren sie ein torhungriges Sturmtrio, die mitunter mehr als 100 Tore in der Saison erzielten. Bruno Rudolph erzielte 1963/64 28 Tore, in den beiden darauffolgenden Spielzeiten jeweils 23 Tore und 1966/67 als Aufsteiger in der 1. DDR-Liga als bester Torschütze Lichtenbergs 14 Treffer.

Bruno Rudolph im August 2019 in der Alten Försterei beim Spiel 1. FC Union gegen seine Lieblingsverein Borussia Dortmund im Dortmunder Fanblock

Christian Steiner: Mit wieviel Jahren begannst Du im Verein Fußball zu spielen?

Bruno Rudolph: Mit 14 Jahren bei Motor Weissensee. Dort spielte später auch mein jüngerer Bruder, der bis zum Karriereende dem Verein als Abwehrspieler die Treu hielt.

Christian Steiner: Als Du zu Lichtenberg 47 von Tiefbau Berlin mit 23 Jahren wechselte hattest Du schon den Spitznamen „Fliege“ als Markenzeichen. Wie kam es dazu?

Bruno Rudolph: Der Name wurde mir schon bei Motor Weissensee verpasst, weil ich sehr schlank und schnell war.

Christian Steiner: Wie konntet ihr mit Li 47 in der 1. DDR-Liga als einzige privat geführte Mannschaft gegen die anderen Vereine, die die Unterstützung von Betrieben, Polizei oder Armee hatten, bestehen?

Bruno Rudolph: Wir waren reine Amateure, die alle einer Arbeit nachgingen und erst nach Feierabend trainieren konnten. Einige Spieler wie Russow, Deglow, Gibalowski, Wedemann und ich arbeiteten bei der Baufirma Levy, der gleichzeitig Sponsor war. Zudem wurde der Verein von weiteren kleine und mittleren Sponsoren unterstützt, soweit dies in der DDR möglich war. Ähnlich wie die heutige Elf hatten wir einen großen Zusammenhalt und hatten nur immer wenige Spielerwechsel, so dass ein eingespieltes Team über Jahre vorhanden war.

Christian Steiner: Welcher Trainer hatte Deine spielerische Entwicklung am nachhaltigsten geprägt?

Bruno Rudolph: Hier möchte ich Otto Tschirner nennen, der uns die richtige Taktik in der 1. DDR-Liga mit auf dem Weg gab und der nicht von ungefähr mit seinem Wissen zu Chemie Leipzig in die Oberliga wechselte und später bei Fußballverband der DDR tätig war.

Christian Steiner: Mit Anfang 30 übernahmst Du bei Rotation die Funktion des Spielertrainers und warst dort bei dem Verein über 21 Jahrein verschiedensten Funktionen tätig. Mit der AK 32 hattest Du große Erfolge zu verzeichnen.

Bruno Rudolph: Mit dieser Mannschaft wurde ich neunmal Berliner Meister und sechsmal Berliner Pokalsieger. Zumeist gegen die ehemaligen älteren Oberligaspieler von Dynamo Berlin.

Christian Steiner: Bis zu seiner Auflösung wegen des Abrisses der Heimstätte des BSV Spindlersfeld, als Nachfolger von Rotation Berlin, wegen erforderlicher Infrastrukturmaßnahmen konntest Du auch Erfahrungen im Profigeschäft sammeln. Der Spieler Kay Wenschlag wurde zu Werder Bremen transferiert. Bei den Verhandlungen trafst Du auch auf Bremens Manager Willy Lembke. Für welche Summe wechselte der Spieler?

Bruno Rudolph: Es waren 275.000 DM, für die der Transfer über die Bühne ging.

Christian Steiner: Vielen Dank für das Interview!

Auch in den letzten Jahren war Bruno als Zuschauer stets an den Spielen unserer 1. Mannschaft interessiert und gab auch oft seine Erfahrungen an unsere aktuellen Spieler weiter. Wir haben nicht nur einen wichtigen Teil der 47er-Familie verloren, sondern einen guten Freund, der einen großes Loch hinterlassen hat!

Wir wünschen der Familie, den Angehörigen und Freunden viel Kraft in dieser schweren Zeit!

#WIRFÜR47

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