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Frauen Auswertung Hinrunde 2015/16

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Frauen Auswertung Hinrunde 2015/16

Als Aufsteiger ungeschlagen
Bereits vor dem ersten Spieltag in der Landesliga haben wir unser erstes Ziel erreicht. Ohne eigenes Zutun stand der Klassenerhalt bereits vorher fest, da gleich drei Mannschaften nach dem Meldetermin zurückgezogen haben. Für den Berliner Frauenfußball ein weiteres Armutszeugnis, für uns natürlich die Gewissheit, dass wir ohne Angst in die neue Liga starten können.
Die Vorbereitung mit Hilfe unseres Fitnesscoaches Markus Troschke und unserer neuen Betreuerin Sabrina Brehm war intensiv und gut. Auch wenn die Ergebnisse der Testspiele Außenstehenden vieleicht etwas anderes sagten, wir waren zufrieden und wussten, dass der Weg richtig ist. Das sollte sich praktisch mit Saisonbeginn sofort zeigen.
Im Pokalspiel beim SV Adler gelang gleich ein überraschend klarer Sieg, ebenso im ersten Punktspiel gegen den Mitaufsteiger DFC Kreuzberg.
Bei gutem Wetter durften wir dann auch noch die ersten Heimspiele im Hans Zoschke Stadion austragen, für uns nicht nur eine besondere Ehre, die Mädels zeigten ihre Spaß und ihre Spielfreude mit klaren Siegen gegen die Verbandsligaabsteiger 1.FC Schöneberg und SC Borsigwalde.
Aber wir ließen auch Punkte liegen. Gegen unseren Ortsnachbarn spielten wir traditionell Unentschieden, und auch gegen die Regionalligareserve des BSC Marzahn konnten wir nicht gewinnen.
Dafür gab es dann aber auch spektakuläre Siege gegen ganz starke Teams, was wir so vorher nicht auf dem Zettel hatten. Gegen die Topmannschaft von Türkiyemspor gelang uns in einem aufregenden Spiel ein glücklicher, aber auch nicht unverdienter 3:2 Auswärtssieg und zur Krönung gelang uns gegen die erfahrenen Ex-Bundesligaspielerinnen um U 17 Nationaltrainerin Anouschka Bernhard ein völlig unerwarteter 3:0 Auswärtssieg.
Das bedeutet, dass wir ungeschlagen sind und 26 von 30 möglichen Punkten ergattern konnten. Das reicht auf jeden Fall zu Platz zwei (wir gehen davon aus das Türkiyemspor ihr Nachholspiel gegen Schöneberg gewinnen wird), und dieser Platz würde zum Aufstieg in die Berlin-Liga berechtigen.
Wie mir unsere Spielerinnen auf der Weihnachtsfeier versicherten, wollen sie diese tolle Ausgangsposition auf keinen Fall so leicht her schenken. Sollte es am Ende wirklich reichen, werden wir auch das Aufstiegsrecht wahr nehmen.
Zusätzlich überwintern wir auch noch im Pokal, nach drei Siegen wartet jetzt aber praktisch die Creme de la Creme des Berliner Frauenfußballs auf uns. Na mal sehen was die Auslosung für uns bereit hält.
Die Aussichten (kurz- und mittelfristig)
Im Winter stehen einige Hallenturniere an. Nicht meine Baustelle, gerade bei Berliner Turnieren hat das doch wenig mit Fußballkunst auf dem Parkett zu tun, sondern ist eher ein unansehnliches Hauen und Stechen, Da bin ich schon froh, wenn wir nicht zu viele Verletzte danach haben.
Im Winter wird daher vordergründig auch mehr Wert auf die Vorbereitung der Rückrunde gelegt. Diese wird schließlich schwer genug, da wir jetzt kein unterschätztes Überraschungsteam mehr sein werden.
Beim vorhandene Kader wird auch noch mehr Wert auf die Spielqualität jeder Einzelnen gelegt. Auch wird die Mannschaft nach taktisch vorhandener Flexibilität und Siegeswillen aufgestellt und weniger ob eine Spielerin sonst traurig ist wenn sie nicht spielt.
Damit gibt es auch erste Fingerzeige in die Zukunft, unabhängig davon, ob der Aufstieg gelingen wird, oder nicht.
Ziel wird es sein, eine Erste 11er Mannschaft zu haben, die in der Lage ist, gehobenen Amateurfußball zu zeigen. Das heißt, das hier die Spielerinnen dem Hobby Fußball größtmöglichen Platz in ihrem Leben geben müssen.
Trotzdem werden wir keine Spielerin weg schicken, da Jede, deren Herz für Li 47 schlägt auch ein wichtiger Bestandteil unserer Familie ist. Deshalb werden wir neben der leistungsorientierten Mannschaft eine zweite 11er Mannschaft installiert, die freizeitorientierter ist. Hier wird unter Führung gestandener Spielerinnen an guten Fußball für den Bereich Bezirks- oder Landesliga gearbeitet, ohne das es einen Ergebnisdruck gibt. Es werden Spielerinnen dort versammelt sein, die entweder aus beruflichen, familiären und auch fußballerischen Gründen nicht im Leistungsteam permanent Platz finden. Auch wird hier das Sprungbrett für die vielen Mädels aus unserem eigenen Nachwuchs sein, die sich dann langsam an den Erwachsenenfußball gewöhnen können.
Diese Mannschaft wird das lebenswichtige Back Up der Ersten Mannschaft sein, denn jeder der im FF aktiv ist weiß, wie schnell ein vorhandener Kader durch Verletzungen, Krankheit und andere Sachen schrumpfen kann.
Aber das ist noch nicht alles: Was mir persönlich am Herzen liegt, ist, endlich auch eine im Männerfußball seit Jahr und Tag vorhandene Ü 32 Mannschaft (Kleinfeld) zu installieren.
Hier sollen vor allem die zum Zuge kommen, denen der Verein über Jahre viel zu verdanken hat, die aber keine Lust mehr haben, immer irgendwelchen 17 jährigen Mädels hinterherzurennen.
Fazit:
Tolle Ziele auf dem Papier. Die Umsetzung wird aber viel Kraft, Schweiß und vor allem Geduld erfordern. Diesen langfristigen Atem werden wir zeigen, haben ihn auch schon in der Vergangenheit gezeigt, obwohl es immer wieder kleinere Rückschläge gab. Diese kalkulieren wir ein, deshalb können wir nicht sagen, ob wir bereits zur Saison 2016/17 alles erreichen werden. Alleine für die o.g. drei Team benötigt man mindestens 50 zuverlässige Spielerinnen. Jetzt sind wir bei 38 aktiven Spielerinnen. Natürlich, es werden uns Einige wieder verlassen, und es werden Neue dazu stoßen, oder wieder zurückkommen, wie wir das auch zuletzt positiv erlebt haben. Spielerinnen die zu uns kommen müssen vor allem eins sein: positiv verrückt nach Fußball mit dem Wissen, dass dies ein Teamsport ist. Charakterlich ist uns wichtig, das Merkmale wie Freundlichkeit, höfliche Umgangsformen, Zuverlässigkeit, Toleranz und Offenheit, Mut und selbständiges Denken und Handeln nicht fremd sind.
In diesem Sinne wünsche ich Allen einen schönen dritten und vierten Advent, ein besinnliches und (in diesen Zeiten besonders wichtig) friedliches Weihnachfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

 

Jens Uwe Ludwig

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