Lichtenberg 47

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3. Platz beim Turnier in Kaliningrad

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3. Platz beim Turnier in Kaliningrad
image1_frauen_kaliningradUnser Team nach der Siegerehrung

Reisen bildet und macht Spaß

Das ist natürlich bekannt, aber die Umsetzung ist ja nicht immer so einfach, vor allem, wenn das Ziel nicht eben zu den sonst üblichen Destinationen zählt.
So war die Freude nach der Einladung aus Kaliningrad mit vielen Hürden bei der Organisation und dementsprechenden Hindernissen verbunden. Am Ende konnten auch nicht alle mitfahren die eigentlich wollten.
Aber sonst klappte tatsächlich alles, und es wurde eine unvergessliche Reise.
Freitagnacht ging es los, gegen 11 Uhr trafen wir nach knapp 650 km im russischen Kaliningrad ein.
Wir kamen genau zur Pressekonferenz, ein russischer Fernsehsender und Kaliningrader Tageszeitungen berichteten davon und stellten den anwesenden Trainern viele Fragen.
Anschließend wurden die Zimmer im zentral gelegenen und wirklich empfehlenswerten Hotel Central Ibis bezogen, bevor es zum ersten Mittag ging.
Nächster Tagespunkt war eine schöne Lichterfahrt zusammen mit dem kurz vorher eingetroffenen Team aus Polen.
Die Spielerinnen, die allesamt noch nie in Russland waren, waren erstaunt wie Moderne und Klassik in dieser schönen Stadt am Wasser verbunden ist.
Natürlich ist es trotzdem völlig anders als wir es kennen, aber in jedem Fall sehr sympathisch.
Gleiches lässt sich über die vielen Menschen in der Stadt sagen.

Der Abend stand zur freien Verfügung, er wurde zum Stadtbummel und zum Besuch eines Marinemuseums genutzt.

Als Trainer durfte ich dann bei einem russischen privaten Fernsehsender in einer Talkshow noch Rede und Antwort zum Thema Frauenfußball und dem bevorstehenden Turnier geben.
http://kgd.ru/kaskad/embed/tzz3zu6dwcmk3j (ab min 10.29)

Abends im Hotel gab es erste Zusammenkünfte mit den ausländischen Trainern, Mitarbeiter des Organisationskomitees und Vertretern der Konsularischen Vertretungen der Teilnehmerländer.
Samstag stand dann das eigentliche Turnier auf dem Programm.
Acht Teams aus vier Ländern standen sich in der riesigen Halle in zwei Gruppen gegenüber.
Das zur Begrüßung Reden gehalten und alle Nationalhymnen gespielt wurden, ist in Russland nicht ungewöhnlich, aber für uns doch eher selten und schon irgendwie erhebend.
Wir hatten das Eröffnungsspiel gegen eine Universitätsmannschaft (KGTU Baltiki) die mit drei Erstligaspielerinnen aus St. Petersburg am Start waren. Für mich auch die Turnierfavoriten, was sich am Ende auch bestätigte. Trotzdem konnten wir Ihnen ein 1:1 Unentschieden abtrotzen. Ein Klasse Einstand für uns.
Es wurde übrigens nach Futsalregeln gespielt, für uns etwas ungewohnt, aber auch nicht unlösbar.
Im zweiten Spiel gegen Nika Kaliningrad gelang uns ein knapper aber sehr verdienter 1:0 Sieg.
Im dritten Spiel mussten wir gegenüber KGTU Baltiki im Fernduell um Platz 1 vorlegen und schlugen Alfa Kaliningrad II klar mit 3:0.
Da Baltiki gegen Nika nur mit 2:1 gewann, waren wir also Gruppenerster.
Das hieß im Halbfinale gegen die starke polnische Vertretung von Victoria Bartoczyce, die sogar den Litauischen Erstligisten vom FK Banka hinter sich ließen.
Das Spiel war hart aber gut. Leider nutzten die Polinnen eine kleine Unaufmerksamkeit von uns zum 1:0. Da die Spielzeit von vorher 12 auf jetzt 15 Minuten erhöht war, also noch genug Zeit. Aber es sollte trotz guter Spielanlage nicht gelingen. Ein Konter brachte sogar das 0:2, unser Anschlusstreffer zum 1:2 kam zu spät.
Im anderen HF stand Gastgeber Alfa 09 Kaliningrad I der KGTU Baltiki aus unserer Gruppe gegenüber. Die Studentinnen setzten sich hier ganz knapp durch.
Unser Ziel war von Beginn an das Erreichen des Halbfinales. Das hatten wir erreicht, aber unsere 47iger Mädels waren enttäuscht, weil sie im Halbfinale nicht ihre beste Leistung abrufen konnten.
Im Spiel um Platz 3 waren aber die Gastgeberinnen unser Gegner, die auch enttäuscht waren, als Gruppensieger das Finale verpasst zu haben.
Demzufolge waren beide Teams 100% motiviert, aber wir waren besser.
Mit einen klasse herausgespieltem Tor zum 1:0 konnten wir in Führung gehen.
Auch ein 2:0 war möglich, aber ebenso konnten wir uns bei unserer Torhüterin bedanken, die mehrmals spektakulär Tore für Alfa 09 verhinderte.
So gewannen wir 1:0 und wurden Dritte. Ein Riesenerfolg für uns, den wir uns mit wirklich guter Leistung auch verdienten.
Im Finale dann schenkten sich beide Teams nichts, 1:1 am Ende und im 7-Meterschießen mit dem besseren Ende für Baltiki.
Die spätere Siegerehrung entsprach wieder dem Bild der Eröffnung, und war sehr feierlich.

Am Abend dann stand ein großes Bankett mit allen Teams und den vielen Offiziellen, sowie den ausrichtenden Konsularischen Vertretungen auf dem Programm.
Die anschließende Party wurde später wohl noch in den Hotelzimmern weiter gefeiert. Da war ich als Trainer natürlich schon lange im Bett.

Erstaunlich aber, wie die jungen Leute trotz sprachlicher und politischer Unterschiede ohne die geringsten Anpassungsprobleme miteinander Spaß hatten und gute Kontakte knüpften.
Diese Verständigung ist, neben dem guten Sport, eins der großen Ziele dieser Reise gewesen.

Da Lichtenberg ja Partnerstadt von Kaliningrad ist, war es natürlich auch ein besonderes Anliegen ein gutes Bild abzugeben. Unsere ehemalige Bürgermeisterin Frau Birgit Monteiro unterstützte die Fahrt und wäre am liebsten selber mitgefahren. Ging aber nicht, so, dass es an mir war, die Geschenke und Grußworte aus dem Rathaus zu überbringen.

Da uns auch Lichtenberg 47 gut mit Souvenirs ausgestattet hatte, konnten wir gute Werbung für unseren Verein machen.

Auch in der Fernsehtalkshow übergab ich dem in Russland bekannten Moderator einen Schal von uns, den er sich auch gleich ummachte. Lichtenberg 47 ist jetzt damit vermutlich nach Bayern München der bekannteste deutsche Verein in Russland.

Das gesamte Turnier und das Drumherum war auch eine Testveranstaltung. Offenbar kam sie aber bei den Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft so gut an, dass eifrig an Plänen für eine große Sommerveranstaltung gebastelt wird. Alles ist ja auch in unmittelbarem Zusammenhang zur Fußball WM der Männer 2018 zu sehen. Diese findet bekanntlich in Russland und als Spielort eben auch in Kaliningrad statt.

Ich bin mal gespannt was sich in den nächsten Wochen tut.

Keine Frage, diese Reise war ein besonderes Erlebnis für uns alle.
Ein Dank deshalb an die Organisatoren, die auch viel Geld in die Hand nahmen um dieses internationale Event zu ermöglichen. Besonders zu erwähnen hier Mastermind Stefan Lindemann und das deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad (Dr. Banzhaf und Uwe Bernd). Danke an Birgit Monteiro, und dem Vorstand von Lichtenberg 47, welche uns tatkräftig unterstützten.
Dank auch an meine lieben Dolmetscherinnen, welche mir bei den offiziellen Terminen hilfreich zur Seite standen und mir auch etwas Lampenfieber nahmen.
Und ein ganz besonderer Dank geht an meine Mannschaft, also an die Mädels die sich auf dieses große Abenteuer einließen und durch ihr positives, offenes und auch diszipliniertes Auftreten viele Sympathien erarbeiteten, was gegenüber uns Deutschen nicht immer selbstverständlich ist.
Danke also an Angie Lamprecht, Leonie Vetter, Olga Kolomiets, Jessica Bax, Sandy di Nicolo, Jule Hass und Rubina Kern. (Jens-Uwe Ludwig/Trainer)

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